Der Innenausbau
Vor Säge, Bohrer und Kleber steht erst einmal die Planung des Innenraums an. Um nicht ganz blauäugig ans Werk zu gehen, hatten wir uns auf Messen informiert und natürlich Lektüre besorgt. Denn warum nicht die Erfahrung anderer nutzen. Sehr zu empfehlen, das Buch von Ulrich Dolde: Wohnmobile selbstausbauen und optimieren. Ein gutes Werk, auch wenn man sich nicht für einen 4×4 LKW entschieden hat.
Wer glaubt, dass eine abgeschlossene Planung auf Papier auch real umgesetzt werden kann, irrt. Hat man seine ideale Aufteilung gefunden, können einige Faktoren, z.B. Stromkonzept, Heizung, Wasserversorgung, einem einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machen. Also macht euch darauf gefasst, dass ihr während der Ausbauphase auf einige Hindernisse trefft und reagieren müsst.
Der Ausbau (Selbstausbau) des Fahrzeugs ist schon der Start ins große Abenteuer.
Dämmung, wir legen noch einen drauf.
Wir hatten uns dazu entschieden, das Raumklima zu verbessern… Warme Füße für die Frau, Arbeit für den Mann. Damit nicht die Bodenkälte durch die 50 Jahre alte Multiplexplatte zieht, kommt noch eine Schicht Kork darüber. Entschieden haben wir uns für „schalldämmende Bodenplatten mit Kork“ von epicPLY (vor allem für Kastenwagen interessant). Uns interessierte nur die gute Dämmwirkung von Kork.
Da wir schon eine Grund-Dämmung durch die 3cm Sandwichplatte hatten, musste noch eine leichte Verbesserung her. Leichtbauplatten von Garnica (Pappelholz mit Schaumkern), gibt es bei Bauhaus. Das zu dem Zeitpunkt die Außentemperatur immer mal unter 10°C viel, machte die Sache nicht einfacher. Denn der Kleber entwickelt sein Potential erst ab 10°C. Also hieß es, immer nur Stück für Stück verkleben und es dem Kleber mit einer Gasheizung gemütlich machen. Als Kleber habe ich Sika genommen und bin mit dem Ergebnis zufrieden. Dekasyl von Dekaline haben wir bei den Fenstern verwendet… auch ein Top Kleber.
Ganz ohne Ärger geht es halt nicht. Beim Beladen des Lkw, wurden unsere Wanddämmelemente Beschädigt. Ein Endscheidung musste bei der Anflieferung her… anhmen und 3-4 Wochen warten oder, den Ärger runterschlucken und verarbeiten. Ich entschied mich für letzteres. Der Laster musste ja fertig werden.
Robust und leicht zu verarbeiten
Viele bauen ausschließlich mit Holz und basteln die tollsten Möbel für ihre Camper. Manche sind wirklich eine Augenweide.
Ich wollte allerdings mehr Stabilität, leichtes Verarbeiten und ein nahtloses Ständerwerk, um leicht an Schläuche und Kabel zu kommen. Deshalb kamen für mich nur Aluprofile in Frage. Ob diese Entscheidung richtig war, werden wir nach unserer großen Reise wissen.
Zumindest konnte zügig das Gerüst für Bett, Sitze, Küche, Toilette und Schrank Aluprofilen und Winkeln ihre Form geben. Danach verkleidete ich alles mit Holz, nicht nur für die Optik auch für ein angenehmeres Raumklima.
Strom – Wasser – Heizung zum Rumtigern
Einige haben es schon bei der Überschrift erraten… ja, wir haben uns für Komplett-Setups entschieden, da wir keine Ahnung haben/hatten wie wir diese umfassenden Themen einfach und effektiv lösen könnten. Da wir uns schon öfter mit Mitarbeitern von Tigerexped auf Messen unterhalten haben, hatten wir uns schnell entschieden. Auf dem Plan standen das Tigerexped Power Basic Set und das Warmduscher-Kid 2.0.
Für die Elektroinstallation hatte ich mir noch Hilfe geholt (Sven von VanonTrack), da sich dort kein Fehler einschleichen sollte, der unterwegs nicht so schnell behoben werden könnte (Als gelernter Mechaniker ich habe wenig Ahnung vom Elektrischen, hatte ich früher daran herumgefummelt, gab es mehr Lichtbögen als Stromfluss… *lach).
Die Hiddenshower und alles fügt sich zusammen
In der Planung war die Aufteilung anders, als sie zum Schluss hin umgesetzt wurde. Er sah eine zusätzliche Seitentür vor, die direkt in unser Badezimmer gehen sollte. Quasi, dass man z.B. nicht mit dreckigen Schuhen ins Wohnzimmer musste. Leider konnte ich diesen nicht ganz umsetzen, erstens wäre die Tür sehr niedrig geworden (ca. 1,55m) und man hätte Wohnraum verloren. Aus unserem letzten Plan ergab sich mehr Wohnkomfort und mehr Stauraum für unsere ganzen Plörren (Ruhrpottplatt für Sachen).
Die Toilette bekam ihren eigenen Raum und die Dusche… fand ihren Platz in der Küche. Besser gesagt die Duschwanne. Als Dusche entschieden wir uns für den Duschsack (VanLife Innen-Dusche) von 50°Nord, der eigentlich für Vans gedacht ist. Vorteil, nach dem Duschen kann man diesen platzsparend verstauen. Da wir viel Raum eingespart haben, können wir uns eine „größere“ Küche erlauben, mit Kochfeld, Spüle und Arbeitsbereich (Länge der Arbeitsplatte ca. 1,80m). Sprich wir können mit Komfort kochen und brauchen unseren Tisch nicht unbedingt als Ablage (das hatte mich bei Campern immer gestört). Aus dem Kühlschrank wurde eine große Kühlbox, die ihren Platz unter einem der Sitze gefunden hat. Ob alles optimal ist, wird sich bei der Reise herausstellen, wir sind gespannt.
More soon, …