Unser Dusty:

Ein Steyr 680 GL aus dem Heer der Schweizer Armee. Seid einigen Jahren befindet sich dieser knufflige 7,5t Laster in unserem Besitz. In den letzten Monaten haben wir ihn selbst ausgebaut und in einen vollwertigen Camper verwandelt. Uns war es wichtig, überall wo wir hin möchten auch hin zu kommen. Deshalb war ein geländetaugliches Fahrzeug unumgänglich. Da es eine längere Reise wird, kamen wir um einen Laster nicht herum. Zudem wollen wir hin und wieder auch autark sein, ohne Wasser- und Stromanschluss. Und das nicht nur für ein paar Tage. Kurzum, wir haben uns für die LKW Klasse entschieden. Warum ein Oldtimer, weil man nicht überall eine Werkstatt findet, die moderne Laster am Rechner reparieren können. Hier liegt das Motto, selbst ist der Mann/Frau auf der Hand.

In der Fotogalerie findet ihr weitere Details zum Fahrzeug und Ausbau.

Viel Spaß beim Stöbern.

Frisch vom Bodensee geholt, noch ziemlich bunt und gähnende Leere im Aufbau. Eine lange Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit war nicht lange auszuhalten, Das Fahrerhaus war völlig ungedämmt… gefühlte 150db. Um die Fahrgeräusche etwas erträglicher zu machen, hatten wir schon direkt unsere erste Baustelle: das Fahrerhaus dämmen.

Vorher aber noch ein paar Schnönheitsreparaturen mit Farbe, Grundierung, Schweißgerät. Zudem erst einmal den alten Kabelkram des Werkstattkoffers rausgepflückt…

Noch etwas Licht ins Dunkel bringen: Löcher in den Aufbau geschnitten und Fenster einklebt. Das mit den Löchern schneiden kostet im ersten Moment etwas an Überwindung… danach macht es nur noch Spaß (lach).

Frontscheiben entfernen um die Rahmen zu begutachten. Glück gehabt, sie haben noch kein Rost angesetzt. Trotzdem kann ein wenig Rostprävention nicht Schaden.

Pause, erstmal lecker Kaffee & Kuchen… laughing.

Ich habe mich derweil um die kleinen Roststellen an der Tür gekümmert, die unter der Folie zum Vorschein kamen. Danach waren die Fenster dran, neues Fenstergummi… ähm, zu groß.. . Ok, dann erst einmal das Gummi angepasst und das neue Kederband entsprechend eingekürtzt. Jetzt passt alles wieder und die Fenster sind eingebaut.

Nachdem alle Nebenbaustellen abgearbeitet waren, zum wichtigen Teil beim Steyr 680: Das Fahrerhaus entdröhnen und dämmen, denn die Motorgeräusche im Fahrerhaus waren kaum zu ertragen. Gefühlte 150db mussten ersteinmal gebändigt werden. Ohne einen entsprechenden Gehörschutz wäre eine lämgere Fahrt unmöglich gewesen. Also musste alles mögliche getan werden, um entspannt reisen zu können.

Als erstes also das aus reinem Blech bestehende Fahrerhaus entdröhnen: Alubutyl ist hier das Mittel der Wahl.

Was ist Alubutyl?

Alubutyl ist ein Dämmmaterial aus zwei Schichten. Auf der einen Seite wird Butylkautschuk verwendet und auf der anderen Aluminium. Daher stammt auch der Name des Materials. Die Kombination dieser Materialien verleiht Alubutyl Flexibilität und effektive Dämpfungseigenschaften.

Das Dämmmaterial wird in der Regel in Form einer selbstklebenden Folie hergestellt.

Die schalldämmende Wirkung hat Alubutyl durch seine schwingungsdämpfende Konsistenz und dadurch, dass es durch seine Masse die Eigenresonanzfrequenz reduziert.

Eigenglich reicht es, die Mitte des Bleches zu bekleben, aber wir wollten auf Nummer sicher gehen. Also alles was schwingen (dröhnen) konnte, komplett abkleben.

Danach den Motortunnel (unser Motor liegt in der Mitte des Fahrerhauses) mit entsprechendem Dämmmaterial (Glasfasermatte mit Alufolie) und Alubutyl verkleben.

Schritt 2 zur Schalldämmung im Fahrerhaus. Schaumstoff (Verbundschaumstoff / RG120 für Schalldämmung) großflächig verkleben, danach mit Profifilz (für Kfz Ausbau) überziehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was diese Dämmung ausmacht. Von geschätzten 150Db auf gut die Hälfte rundergedämmt. So lässt es sich auch sehr gut auf weiteren Strecken ertragen. Und, man muss sich bei der Unterhaltung nicht mehr anschreien, normale Gesprächslautstärke reicht völlig. 🙂

Nach den ersten Umbauten gingen wir zum ersten mal auf Tour… Matratze in den Ausbau geschmissen und ab dafür. Kurzer Urlaub mit etwas „Offroad“ spielen in Italien.

Klappen und Lüfter

Bevor der Innenausbau startete, musste wir am Koffer noch ein paar Änderungen vornehmen. Die alten Lüfter taten es nicht mehr und wenn waren sie ziemlich laut. Wir entschieden uns anstelle der vier alten Lüfter, nur zwei neue einzubauen. Sie sind deutlich leiser und verbrauchen erheblich weniger Strom. Auch Wie die alten Lüfter sind die Neuen mit Licht ausgestattet, allerding jetzt mit sparsamer LED Technik.

Also erst die Alten ausbauen, zwei Löcher verschließen und für die neuen, kleineren Lüfter Adappter basteln.

Da wir auch ein großes Staufach geplant hatte, mussten noch zwei neue Klappen her. Das großen Staufach sollten nicht nur Lager dienen, auch mussten Stromkomponente und Wasserversorgung hier untergebracht werden. Eine der Klappen ist der Versorgungszugang auf der anderen Seite ein Auszugsfach mit Euroboxen.