Ins portugiesische Gefängnis und ab in die Sahara.

Gara Medouar (im Volksmund, das portugiesische Gefängnis) auch bekannt als Jebel Mudawwar („runder Berg“), ist eine ringförmige geologische Formation in der Nähe von Rissani, Marokko. Im 11. Jahrhundert wurde sie zu einer Festung mit militärischer Garnison ausgebaut, die wahrscheinlich die nahegelegene Handelsstadt Rissani, wo Goldmünzen geprägt wurden, und die Handelsrouten aus dem Süden schützen sollte. Vertreter der Almoraviden-Dynastie ließen vermutlich die Befestigungsanlagen errichten, zu denen eine bis zu 12 Meter hohe Mauer gehörte, die die einzige Öffnung zum Bergmassiv verschloss, zudem zwei Mauern und Verteidigungsanlagen entlang der Berge, Staudämme in den Schluchten zur Wassersammlung sowie verschiedene Bauwerke auf den Hochebenen.

Das Bergmassiv wurde vom marokkanischen Soziologen Paul Pascon erforscht. Mit den Filmen „Die Mumie“, 1999 und James-Bond „Spectre“ wurde es auch als Drehort genutzt. Und hat sich zudem zu einer Touristenattraktion entwickelt, insbesondere für Offroadreisende. Aber auch für jene, die schmerzfrei mit ihrem normalen Camper über die steinige Piste fahren.

Dort angekommen haben wir uns ein Stück hinter den Felsenring ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten gesucht. Bei mir stand am nächsten Tag erstmal ein Friseurtermin an 😅.

Wer kann von sich behaupten, ein Friseurtermin in der Wüste wahrgenommen zu haben 😅

Als das erledigt war, sind wir dann zum Eingang des Felsenrings. Davor stand ein ausgebrannter und mit Kugeln durchsiebter PKW… sollten wir uns Sorgen machen? Nein, denn wir sind in einem weiterem Filmset gelandet, das grade abgebaut wurde. War wohl eine japanische Produktion… laut dem Vorarbeiter. 🤔

Nach ein paar Fotos sind wir dann weiter durch die Felsen gekrachselt. Wir wollten ja Fossilien suchen. Leider waren viele der größeren Fossilien zerstört, einige kleinere waren noch im guten Zustand. Von den Felsen hat man eine fantastische Aussicht auf die Ausläufer der Steinwüste der Sahara. Ein Besuch lohnt sich. Wie auch bei den Felsgravuren ist es hier nicht zu überlaufen.

Unser nächstes Ziel war Merzoga, um etwas Proviant einzukaufen und danach an den großen Sanddünen von Erg Chebbi die Nacht zu verbringen. Im Ort sprach mich noch ein marokkanischer Guide auf perfektem Deutsch an. Er organisiert geführte Sandfahrten für Offroader und alles was mit 4×4 Spaß im Sand von Erg Chebbi zu tun hat.

Obwohl es die kleinste Sandwüste in Marokko ist, sind ihre hohen Dünen schon eindrucksvoll. Die höchsten der Dünen sind ca. 150m hoch und schon von weiten sichtbar. Zunächst fahren wir noch zu dem nahegelegenen See, Dayet Sri (im Volksmund: Lac Merzoga), der sich nur im Winter nach starken Regenfällen bildet. Hier sollen sich Flamingos eingefunden haben, die wir von Weitem erspähen können.

Wir suchen uns ein Plätzchen am Übergang  von den Sanddünen zur Steinwüste . Unser Dusty ist aufgrund der Schlauchreifen und des Reifenprofils für Weichsandfahrten nur bedingt geeignet, eher für Steinpisten.

Nachdem wir unsere Parkposition gefunden hatten, wurde es auch ruhiger um uns. Die letzten Quads und Offroader fuhren zu ihren Camps am Rande der Wüste. Das letzte Licht tauchte den Wüstensand in ein leichtes Orange. Wir genossen dieses Lichterspiel bei Eintopf und marokkanischem Wein.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit ❤️