Über den Atlas nach Fes, Unwetter im Rifgebirge und eine neues Familienmitglied.
Roadkill die letzten Kilometer in Marokko.
Die Atlasüberquerung bedeutet auch, es geht so langsam heimwärts. Wir wollen noch in die Königsstadt Fes, berühmt für ihre Gerberreien und die alte Medina. Danach über das Rif Gebirge nach Chefchaoun (der blauen Stadt). Zum guten Schluss noch einen Tier-Sanctuary in Tanger besuchen, so der Plan.
Die Atlasüberquerung war nur möglich, weil die Passstraße in Richtung Fes wieder offen war. Nach schwerem Schneefall (3m Neuschnee auf den Spitzen) wurde wohl geräumt was das Zeug hielt, da es eine Hauptverkehrsader ist. Wir mussten zwei Pässe überwinden und durch ein Hochplateau. Die erste Passstraße war schneefrei, außer ein kurzer Schockmoment an einem Tunnel. Er war nur ein paar Meter vorher mit einen 3,5m Schild versehen. Unser Fahrzeug hat allerdings eine Höhe von 3,75m. Nach kurzer Klärung mit dem diensthabenden Beamten vor Ort, „das passt schon, hier fahren auch 4m Laster durch“, konnte die Fahrt weiter gehen.
Die Fahrt über die Hochebene war völlig entspannt. Danach lag vor uns der höhere Teil des Atlas Gebirges, wo auch die Passstraße gesperrt war. Wir freuten uns, durch das Winterwonderland zu fahren. Die ersten Kilometer versprachen einiges… bis wir die wolkenverhangenen Gipfel sahen… oh ha 🤔.

Kurze Zeit später ging es nur im Schritttempo oder max. 30 km/h weiter. Wie auch bei uns, gibt es hier einige Spezialisten, die mit höherer Geschwindigkeit bei 20m Sicht unbedingt überholen müssen. Auf den Höhen wurde es noch verrückter. Bei 10m Sichtweite im Nebel tauchen plötzlich Familien mit Schlitten auf, die einfach die Fahrbahn queren. Da war ein gutes Reaktionvermögen gefragt. Und solche Situationen durchzogen unsere stundenlange Fahrt durch den Nebel. Schon erstaunlich, wieviele Menschen sich unnötig in lebensgefährliche Situationen bringen… 🤔.
Der Nebel wurde lichter und die Weiterfahrt deutlich entspannter. In Fes angekommen, erst einmal den Kopf freimachen und in den Gassen der Medina spazieren gehen, eine der ältesten Gerbereien besuchen und in einem jungen Restaurant was leckeres essen.
Die größte und bekannteste Anlage ist die Chouara-Gerberei, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Sie ist berühmt für ihre markanten, bunten Farbbecken. Wir werden auf eine Dachterasse direkt nebenan eingeladen. Hier hat man den besten Blick auf die ganzen Steinbecken. Wir erfahren, dass die Tierhäute (Kuh, Kamel, Schaf, Ziege) 20 Tage in einer Mischung aus Wasser, Kalk und Taubenmist eingeweicht werden, um sie weich zu machen und Haarreste zu entfernen. Anschließend werden sie gewaschen und dann weitere 20 Tage in die jeweiligen Farbbecken gelegt, wo sie jeden Tag von Hand gewendet werden, bevor sie 30 Tage lang zum Trocknen an den Häusern aufgehängt werden. Gefärbt wird nur mit natürlichen Farben wie Safran, Kohle, Indigo, Mohn, Henna oder Zedernholz. Insgesamt arbeiten 420 Mitarbeiter in dem Komplex, der auch Verkaufsläden beinhaltet. Wirklich interessant, den Hinterhof mit den ganzen Becken und dem Leder einmal live zu sehen.

Nach dem entspannen Besuch von Fes wollten wir noch die blaue Stadt Chefchaoun besichtigen. Doch wir mussten noch durch das Rif Gebirge. Von dort kamen schlechte Wetterberichte und die ersten Überschwemmungen in den News. Da es der einzige Weg Richtung Tanger war, hatten wir keine Wahl. Noch zu warten und zu hoffen das es weniger wird, war keine Option. Denn das Unwetter schwappte auch langsam in Richtung Fes. Augen zu und durch, vor allem mit viel Vorsicht und Aufmerksamkeit auf die Straßenverhältnisse und dem verrückten Verkehr.

Da sich das Wetter nicht besserte, ganz im Gegenteil, ließen wir die blaue Stadt links liegen und begaben uns in noch sichere Gegenden. In Tanger stand zudem noch ein Besuch eines Tierschutzvereins an. In ihrer Sanctury befinden sich Hunde, Katzen, Esel, Ziegen und sogar Affen.
Aus diesem Besuch entwickelte sich ein neues Familienmitglied. Pacmo, ein leiser und zurückhaltender Mischling, hat sich in unsere Herzen geschummelt. Da noch eininige Tierarztbesuche für die Reise nach Europa anstehen, haben wir ihn bei dem ersten begleitet. Ein sehr tapferer Rüde ❤️🐕.
Weiter im nächsten Blog/Footprint/ Instapost 😅😉.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit ❤️








































